Mut zur Angst

Heute morgen steckte ich in einer Angst fest.

Ich spürte, dass sie so groß ist, dass ich sie jetzt nicht einfach in meinen Übungen harmonisieren kann.

Gefühl einladen

Ich lud sie also ein, sich in ihrer ganzen Größe zu zeigen.

Ich breitete intuitiv meine Arme aus, um der Angst Raum zu geben, um sie ganz zu empfangen und da sein zu lassen – und ich kann meine Arme ja dank Taiji sehr lange sehr weit ausgebreitet halten 😉

Sich vom Gefühl bewegen lassen

Dann verleitete mein Körper mich dazu, mich zu bewegen, auf der Stelle. Zunächst leichte Rumpfbewegungen, dann Schwank-Bewegungen mit dem ganzen Körper, und die Arme begannen, sich in großen Kreisen zu bewegen. Da merkte ich, dass ich gerade die „Universums-Übung“ ausführe.

Das Gefühl harmonisiert sich selbst

Und ich stellte fest, dass ich mich ganz groß fühlte, gar nicht mehr klein und der Angst ausgeliefert. Nach ein paar Armkreisen wollte sich auch mein Kopf bewegen. Schließlich blieb er im Nacken liegen, und ich genoss die Dehnung vom Hals, vom Kehl-Chakra.

Verbindung zum Universum entsteht

Da ich jetzt zum Himmel/Kosmos/ Gott hinaufschaute richtete ich meine Aufmerksamkeit dorthin. Mein Glaube, dass ich getragen werde, begann sich in mir auszubreiten. Gleichzeitig bat ich um Unterstützung, sagte, allein schaff ich es nicht, und in mir stieg eine Freude auf – ja, ich darf loslassen und vertrauen ganz nach dem Motto „hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“

Mein Mut, das Gefühl zuzulassen, hatte zur Lösung geführt

Diese Wendung überraschte und beseelte mich. Ich war ins Vertrauen und in mein Kraftgefühl gekommen. Dabei hatte ich vorher gedacht, vielleicht eine Handlungsanweisung in mir zu finden. Und das ist das Magische daran.

Wenn Du Dich auf Dich einlässt, entsteht eine Lösung, die Deine Erwartungen übertrifft.

Es ist nicht immer eine 1 zu 1 – Gleichung. Machst du das, passiert das – ist z. B. die Angst weg.

Zunächst stärken wir unseren Mut. Der Mut, unangenehme Gefühle zu spüren, wird als grundsätzlicher Mut in uns größer und hilft uns, woanders auf die Handlungsebene zu kommen. Dadurch nimmt vielleicht auch die Angst ab.

Ein ander Mal wirst du überrascht davon, dass hinter der Angst eine Wut liegt. Oder Du entdeckst Deine Freude über die Geborgenheit in Gott oder über eine kreative Idee, die in Dir aufsteigt.

Ich lade Deine Neugier auf Dich ein zum nächsten Zyklus meines Kurses „Taiji und Gefühle“, immer montags abends um 20 h per Zoom. Immer die ersten 3 Montage im Monat. Sie bilden eine Einheit für sich. In dieser Form ist er ein Kleingruppenangebot mit 30,- € Beitrag pro Abend.

Du entdeckst GefühlsREICHTUM in Dir, der Dich vielleicht überrascht.

Du wirst kreativ im Umgang mit Dir selbst, entdeckst neue Handlungsmöglichkeiten im Alltag, die Du schlichtweg vorher übersehen hast, entwickelst Mut und erlebst Selbstwirksamkeit.

Präzision, die glücklich macht

Unser Körper ist auch nur ein Gerät: Der Schwerkraft unterworfen ist es für Gelenke, Muskeln, Knochen und Gewebe äußerst vorteilhaft, technisch gut aufgestellt zu sein. Mit einer guten Architektur. Wie bei einem Bauklotzturm oder einem Hochhaus.

Schiefe Belastung verschleißt das Material, und dann brauchen wir Hüft- und Knie- und Halux Valgus-OPs etc.

Was heißt gute Körperhaltung?

Gut heißt lotrecht. Ich habe gelesen, dass in einem hohen Hochhaus in seiner Mitte ein riesiges Pendel hängt. Um die Schwerkraft zu verstärken und das Hochhaus sicher in Stürmen stehen zu lassen.

Wir richten unseren Körper auf und entspannen dann lotrecht ein wenig nach unten (wie wenn wir unauffällig Sprungkraft sammeln zum Seilchen Springen).

Feinfühligkeit macht stark

Wir erkennen innerlich unsere Schieflagen immer deutlicher und korrigieren uns. Denn im meditativen Stehen und Bewegen haben wir dafür Zeit und Raum. Unser Körper fühlt sich dabei tatsächlich immer geräumiger an. In diesem Prozess werden wir immer feinfühliger und stabiler, weil die Architektur unseres Skeletts ja immer sicherer dasteht.

Unser Körper ist die Wohnung unserer Seele

Wenn wir sicherer und stabiler und entspannter dastehen, können wir automatisch emotional und geistig entspannen. Wir entfachen einen Glückskreislauf der Entspannung.

Und dann spüren wir auch, dass unser Körper nicht nur ein Gerät ist. Dass er das Gefäß für unser gesamtes Sein, für ein seelenvolles Dasein ist.

Nicht nur beim PC (wenn er das tut, was ich möchte) macht uns also technische Präzision glücklich Denn auch Natur ist auf ihre Art ein Meisterwerk an technischer Präzision, und wir tun gut daran, uns in Naturgesetze einzubinden statt uns über sie zu erheben.

 

Krieg und Frieden als inneres Thema

Aus der Machtlosigkeit ins Handeln, in die Übertreibung und zurück in den Frieden

Der Unfrieden zwischen meinen Eltern, die sich viel stritten, hat mich geprägt. Sie wussten nicht, wie Frieden und Versöhnung geht. Vieles wurde unter den Teppich gekehrt, was eine Atmosphäre zum Schneiden erzeugte, von der ich mich in mich zurückzog in meine innere Welt.  

Und äußerlich waren Folgen des 2. Weltkriegs nicht zu ignorieren. Ich hatte einen Opa mütterlicherseits, der vom Krieg und seiner Gefangenschaft erzählte und dessen Brüder im Krieg gefallen waren. Und einen Onkel väterlicherseits mit Prothese, also abschnallbarem Bein und Glasauge nach Durchschuss durch den Kopf. Ein lieber Mann, der für mich als Kind unheimlich und gruselig kriegsumwittert war. Und ich wusste von Verwandtschaft in der DDR, die durch Deutschlands Aufteilung als Kriegsfolge in unserer Familie fehlten.

Bei meinen Eltern und gegenüber den Folgen des 2. Weltkrieg war ich machtlos.Als Studentin konnte ich handeln und habe mich politisch gegen Gewalt engagiert. Ich habe Kriegsdienstverweigerer im 2. Golfkrieg beraten, mich in der Türkei unter Selbstgefährdung (Verhaftung und Verhör) für die Kurden eingesetzt. Kurdische Frauen haben mir Foltermale gezeigt, und obwohl die FAZ schrieb, dass die Kurden kurdisch sprechen und lesen dürften, gab es im kurdischen Teil der Türkei keine kurdischen Bücher in Buchhandlungen. Wieder in Deutschland heiratete ich einen Kurden, damit er nicht abgeschoben wird.

In meiner Magisterarbeit schrieb ich über den Völkermord an den Armeniern in der Türkei im 1. Weltkrieg. Während ich mich mit Herzblut engagierte und weinend Fachliteratur über Foltermethoden und Folterzitate im 20. Jh. las, geriet ich in eine Depression und ein Burnout.

In dieser Situation entdeckte ich Taiji. Körperbewegung als Meditation, die mich physisch, geistig und dadurch auch psychisch ausbalancierte und mir Regeneration erlaubte. Ganz feines inneres Ausbalancieren, fließen Lassen und Stille.

Und doch geriet ich nach den ersten Jahren der Verliebtheit ins Taiji, als die Beziehung Alltag wurde, in einen inneren Krieg mit mir: Die Persönlichkeitsentwicklung durchs Taiji sollte mich stark und unverwundbar machen. Ehrgeiz und Perfektionismus ließen mich irgendwann härter statt weicher werden beim Üben der Entspannungskunst.

Und wieder schickte das Leben mir eine phantastische Unterstützung: Ich entdeckte die Heldenreise, in der ich wahrhaftig fühlen lernte. Ich musste nichts wegmachen, überwinden, brauchte keine eiserne Trainingsdisziplin, um gut zu werden.

Ich durfte weich werden und Alles da sein lassen und WIRKLICH fühlen, was ist. Ich durfte meine Härte mir selbst gegenüber entdecken, Wunden fühlen und mit Grenzen umgehen lernen. Und mit neuem Feingefühl meine Entspannungskunst Taiji neu entdecken.

Taiji und Heldenreise sind für mich Friedensarbeit geworden. Ich habe meinen eigenen inneren Krieg durch Verletzlichkeit auflösen können.

Vor kurzem habe ich eine Doku auf Arte gesehen: Wie Kriege enden.

Friedensdiplomaten haben aus ihrer Erfahrung erzählt: Es braucht eine Entscheidung und eine Vision. Und dann reden, reden, reden und zuhören, zuhören, zuhören.

Unser Körper redet die ganze Zeit mit uns, und wir können ihm zuhören lernen. Dem Körper zuhören heißt fühlen. Eine klare Entscheidung für uns selbst gibt uns Rückenwind, und eine Vision gibt uns Fahrtwind.